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modellautos1_18

Der Maßstab 1:18 entwickelte sich etwa Mitte der 1980er Jahre zu einer beliebten Sammlergröße. Maßgeblichen Anteil daran hatte die Firma Bburago aus Italien, die große und eindrucksvolle Modelle mit Metallkarosserie und zu öffnenden Türen und Hauben zu einem günstigen Preis (damals um die DM 30,-) anbot. Besonders die Miniaturen nach Ferrari-Vorbildern entwickelten sich zu Bestsellern; der 1987 erschienene Bburago-Ferrari F40 war zeitweise in den Spielwarenläden ausverkauft und wurde zu absurd hohen Preisen gehandelt, bis die Sammler merkten, daß Bburago nur Kapazitätsprobleme hatte und nicht so viel produzieren konnte, wie nachgefragt wurde. Der Hype ebbte dann schnell wieder ab und Bburagos F40 dürfte eines der Modelle mit der höchsten produzierten Stückzahl überhaupt in dieser Baugröße sein.

Seit etwa 2010 setzt sich die Produktion von Modellen aus dem Werkstoff Resine mehr und mehr durch. Bei Resine handelt es sich um ein Kunstharz, welches leicht zu formen und zu bearbeiten ist. Die Detaillierung von Resinemodellen ist daher gewöhnlicherweise ebensogut, wenn nicht besser, als die von herkömmlichen Zinkdruckgußmodellen; allerdings ist die Darstellung von zu öffnenden Karosserieteilen schwierig, da hohe Materialstärken notwendig wären, um die Bruchfestigkeit zu gewährleisten. Dies steht aber im Gegensatz zu einer gewünschten filigranen Ausführung von Scharnieren und Aufhängungen, so daß Resinemodelle normalerweise als geschlossene Miniaturen hergestellt werden. Dies erübrigt dann auch die Nachbildung von Motor- und Gepäckräumen, da man diese Bereiche ohnehin nicht sehen würde. Auch auf lenkbare Vorderräder wird weitgehend verzichtet.

Der große Vorteil dieser Bauart liegt in der günstigen Herstellung: Im Gegensatz zu Druckguß-Modellen, für die man aufwendige und teure Stahlformen zur Herstellung der Karosserie benötigt, lassen sich die Resinemodelle in wesentlich günstigeren Formen aus Silikon herstellen. Diese Silikonformen verschleißen zwar relativ schnell (bei mehr als 200 Abgüssen wird es kritisch), sind aber natürlich schnell und ohne großen finanziellen Aufwand zu ersetzen. Herkömmliche Stahlformen für diecast-Modelle sind wesentlich langlebiger, kosten aber auch mittlere fünfstellige Dollarbeträge in der Herstellung.

Aufgrund dieser hohen Formkosten müssen Modelle mit Druckguß-Karosserie in möglichst hohen Auflagen produziert werden, um die Investitionskosten für die Stahlform schnell zu amortisieren. Von wenigen “Selbstläufern” wie bestimmten Porsche- und Ferrari-Modellen abgesehen, sind solche hohe Auflagen aber nicht am Markt absetzbar. Resinemodelle ermöglichen daher kleine Auflagen ohne das finanzielle Risiko für den Hersteller wie bei Metallmodellen.

Aus all dem folgt, daß Modelle aus Resine zu deutlich günstigeren Preisen als solche aus Zinkdruckguß verkauft werden müßten. Leider ist das nicht der Fall. Von wenigen Ausnahmen wie etwa dem französischen Hersteller OttOmobile, der seine Modelle im Direktvertrieb an die Sammler verkauft, abgesehen, sind Resinemodelle in vielen Fällen nicht preisgünstiger als Metallmodelle - trotz der einfacheren Machart. Grund sind die oftmals kleinen Auflagen im dreistelligen oder niedrigem vierstelligen Bereich, die dafür sorgen, daß die Fixkosten der Hersteller auf eine deutlich kleinere Zahl an Modellen umgelegt werden müssen als das bei diecast-Modellen der Fall ist, auch wenn die Formkosten, wie oben beschrieben, günstiger sind.

Insgesamt ist die Entwicklung in diesem Bereich eine zweischneidige Sache: Einerseits bekommt man Modelle von Vorbildern, die es früher aufgrund der geringen Nachfrage nie gegeben hätte und auch die Entwicklung der Modelle geht wesentlich schneller als bei Metallmodellen, andererseits verdrängen die schnell und in hoher Taktzahl erscheinenden Resinemodelle die diecast-Miniaturen mehr und mehr vom Markt. Prinzipiell würde ich Metallmodelle solchen aus Resine immer vorziehen, da sie durch zu öffnende Karosserieteile, Motor- und Gepäckraumnachbildungen und lenkbare Räder einfach wertiger wirken. Trotzdem kann man als Sammler froh sein, daß es einige Modelle jetzt überhaupt im großen Maßstab 1:18 gibt - oder wer hätte sich vorstellen können, daß ein Hersteller einmal ein Großmodell eines Ford Granada oder VW Jetta bringt?

In den folgenden Fotogalerien stelle ich meine Modell im Maßstab 1:18 mit kurze Erläuterungen vor.

Zur besseren Übersicht sind die Bilder der Modelle in drei Kategorien eingeteilt:

STRASSENFAHRZEUGE

 

RENNSPORTWAGEN (Tourenwagen und Prototypen)

 

RENNWAGEN (Formel 1 und IndyCar/ChampCar)

 

Ein Klick auf die jeweilige Kategorie öffnet die dazugehörige Fotogalerie.

 

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BMW L2002 von AUTOart in 1:18. Montage: Elmar Göppel

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Aus den frühen 1970ern: Ein Mercedes C111 von Schuco mit Elektro-Antrieb und Kunststoffkarosserie im ungefähren Maßstab 1:16. Modelle im Großmaßstab sind also keine Erfindung der 1980er Jahre. 1972 bekam ich ein solches Modell als “Elektro-Montage”-Bausatz zu Weihnachten und habe es mir nun, viele Jahre später, als nostalgische Erinnerung wieder für die Vitrine zugelegt.

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